Biografie

Annette von Droste-Hülshoff 1797-1848

Annette von Droste-Hülshoff wurde 1797 auf dem Wasserschloss Hülshoff nahe Münster als zweites von vier Kindern einer angesehenen Familie geboren. Beide Eltern, Clemens August von Droste-Hülshoff und Therese Luise, geb. von Haxthausen, entstammten alten westfälischen Adelsgeschlechtern. Über Generationen war der Adel maßgeblich an der politisch-geistlichen Führung des Landes beteiligt gewesen und verfügte über eine einflussreiche und privilegierte Stellung. Zum Ende des 18. Jahrhunderts jedoch war in der Nachfolge der Französischen Revolution die politische Ordnungsstruktur der geistlichen Fürstentümer in Deutschland längst brüchig geworden. Das Alte Reich stand vor dem Zerfall. Die Zeit, in die Annette von Droste hineingeboren wurde, wurde zu einer Epoche großer politischer und gesellschaftlicher Veränderungen, die gravierende Auswirkungen in allen Lebensbereichen mit sich brachten.

Gut 50 Jahre später, als die Autorin 1848 auf der Meersburg starb, waren die Staaten des Deutschen Bunds geprägt von revolutionären Ereignissen zur Schaffung eines demokratisch verfassten deutschen Nationalstaats. Das dichterisches Werk Annette von Drostes war zu dieser Zeit nur Wenigen bekannt. Ohne Zweifel ist die Frau, die den bis 2001 gültigen 20-DM-Schein zierte, heute ungleich populärer als zum Zeitpunkt ihres Todes. Ihre literarische „Entdeckung” hat die Autorin dem Umstand zu verdanken, daß man sie im Kulturkampf der 1870er Jahre zur Galionsfigur stilisierte. Versehen mit den Attributen „katholisch” und „westfälisch” wurde sie kurzerhand zur „größten deutschen Dichterin” erklärt, was wissenschaftliche Untersuchungen nach sich zog und ihr so einen prominenten Platz in der Literaturgeschichtsschreibung einbrachte, aber auch die Ursache für manche Fehldeutung ist.


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