Rebhaus & Gedichte 1844


Der gemeinsame Aufenthalt mit Schücking auf der Meersburg endete am 2. April 1842, als dieser abreiste, um eine Stelle als Hofmeister anzunehmen. Droste arbeitete in der Folgezeit an der Fertigstellung des neuen Gedichtbands. Nach knapp einem Jahr Aufenthalt in Meersburg reiste sie im Sommer 1842 wieder nach Hause, wo auf die inspirierte Schaffensphase am Bodensee der schwierige Prozeß des Korrigierens, Verwerfens und Neuansetzens folgte. Es dauerte noch bis zum September 1844, als im renommierten Stuttgarter Cotta-Verlag endlich der neue Gedichtband erschien. Im Vorgriff auf das durchaus stattliche Honorar, das Schücking herausgehandelt hatte, ersteigerte Droste im November 1843 das außerhalb der Stadtmauern Meersburgs in den Weinbergen gelegene „Fürstenhäusle” und wurde so zur grandiosen Grundbesitzerin.

Während ihres zweiten Meersburg-Aufenthalts (Sept. 1843 - Sept. 1844) fand im Mai 1844 ein Besuch von Levin Schücking statt, nun in Begleitung seiner jungen Frau Louise von Gall. Die Heirat Schückings hatte Droste nicht unbeeindruckt gelassen — in ihren Briefen hat sie ihn immer wieder vor einer überstürzten Heirat gewarnt. Obwohl die Beziehung zwischen Droste und Schücking nun abkühlte und eine Entfremdung eintrat, blieb er bis 1845 wichtiger Anreger und Initiator weiterer literarischer Texte. Wann immer er sich mit einem neuen Auftrag meldete, wurde Droste für ihn tätig. Im Frühjahr 1844 verfaßte sie in kurzer Zeit fast zwanzig Gedichte, darunter das an die Schückings gerichtete Abschiedsgedicht Lebt wohl. Droste und Schücking haben sich nach diesem Zusammentreffen nie wieder gesehen. Zum endgültigen Bruch kam es, als Schücking 1846 den Roman Die Ritterbürtigen herausbrachte, in dem er — nach Meinung Drostes — vertrauliche Informationen aus der Adelswelt ausplauderte.