Büste der Annette von Droste-Hülshoff in Münster, © Droste-Forschungsstelle

Projekte

Hier finden Sie Informationen über aktuelle Projekte (2017-2019) der Droste-Forschungsstelle sowie zu Ausstellungen, Publikationen und Tagungen.

Vergangene Projekte finden Sie in unserem Archiv.

Ausstellung

»Sehnsucht in die Ferne«. Reisen mit Annette von Droste-Hülshoff

Wanderausstellung 2017-2019

Insgesamt neun Jahre ihres Lebens war Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) unterwegs, und etwa die Hälfte ihres literarischen Werks entstand während auswärtiger Aufenthalte vom Paderborner und Höxteraner Land bis zum Bodensee. Viel weiter noch reiste die für ihre Landschaftsgedichte berühmte Autorin aber im Kopf – inspiriert von Lektüren und Gesprächen, getrieben von Fernsucht und der eigenen dichterischen Phantasie.

Die Ausstellung lässt die Besucher und Besucherinnen eintauchen in Landschaften, wie Droste sie unterwegs kennenlernte und beschrieb. Präsentiert werden bisher nie gezeigte Exponate und Handschriften in spannenden, multimedial inszenierten Räumen. Die Bedingungen, unter denen Drostes Reisen stattfand, bieten faszinierende Einblicke in das Leben einer adligen schreibenden Frau zwischen Beschränkung und Selbstbestimmung und zeigen die rasanten gesellschaftlichen und technischen Umbrüche ihrer Zeit.

Bildnachweis:
Reisebegleiter, © BOK+Gärtner GmbH / Aeneias Panagiotidou

Nächste Station

Publikationen

Droste-Jahrbuch 12, 2017/2018

In Vorbereitung. Erscheint im September 2019

Hrsg. von Cornelia Blasberg, Jochen Grywatsch
und Winfried Woesler.

Hannover: Wehrhahn 2019.

ISBN 978-3-86525-724-6

Mit Beiträgen von: Thomas Althaus, Cornelia Blasberg, Walter Erhart, Gerd Eversberg, Jürgen Gunia, Jochen Grywatsch, Vanessa Höving, Thomas Kleinknecht, Kerstin Mertenskötter, Rita Morrien, Barbara Potthast

Das »Droste-Jahrbuch 12« versammelt aktuelle wissenschaftliche Beiträge zum literarischen Werk der Annette von Drost-Hülshoff und seiner Rezeption. Übergreifende Aufsätze beleuchten die Bedeutung von Bildlichkeit und das Dispositiv ikonischer Wahrnehmung im Werk, arbeiten mit dem Konzept der ›Stimmung‹ und erhellen den Zusammenhang von Wahrnehmung, Imagination und Medientechnik. Eine vergleichende Studie fasst Drostes und Adelbert von Chamissos Repräsentationen von Nähe und Ferne zusammen; eine weitere konturiert Aspekte der Rezeption Drostes durch Theodor Storm. In Einzelinterpretationen werden die an Amalie Hassenpflug gerichtete Apostrophe Der Traum und das Gedicht Das alte Schloß als adelspolitische Standortbestimmung behandelt. Eine Analyse der Abteilung Gedichte vermischten Inhalts der 1844er Ausgabe gibt Aufschlüsse zur Kompositionsästhetik der Autorin. In der Rubrik »Literarische Rezeption« wird über aktuelle lyrische Auseinandersetzungen mit Drostes Werk berichtet und die Vielzahl aktueller Droste-Romane in den Blick genommen. Drei Beiträge diskutieren aktuelle Bühnenproduktionen zu Annette von Droste-Hülshoff. Abgerundet wird der Band durch eine Miszelle zu einem bisher unbekannten Schriftzeugnis der Autorin.

Annette von Droste-Hülshoff. Handbuch

Hg. von Cornelia Blasberg und Jochen Grywatsch. Berlin, Boston 2018, 810 S.

Mit über 150 Artikeln von 40 Beiträgerinnen und Beiträgern

Prof. Dr. Cornelia Blasberg, Universität Münster
Dr. Jochen Grywatsch, LWL-Literaturkommission für Westfalen

Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848) gilt heute als bedeutendste deutschsprachige Autorin des 19. Jahrhunderts. Teile ihres Werks, wie die Judenbuche, der lyrische Zyklus der Haidebilder und einzelne exponierte Gedichte, waren und sind kontinuierlich Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung und der öffentlichen Wahrnehmung. Daneben existieren größere Werkkomplexe, denen bisher nur wenig Aufmerksamkeit zuteil geworden ist.

Das Droste-Handbuch hat sich die Neu-Entdeckung des komplexen Oeuvres zur Aufgabe gemacht. Es erschließt das literarische, das musikalische und das Briefwerk von Annette von Droste-Hülshoff durch zahlreiche Einzeltextanalysen und Überblicksartikel in bislang nicht vorhandener Vollständigkeit. Dabei liegt der Fokus darauf, die ästhetische Prägnanz und Modernität der Texte herauszuarbeiten, vor dem Hintergrund der Forschung zu diskutieren und neue Bezugsfelder der Interpretation zu den Marktverhältnissen, den ästhetischen Debatten zwischen Romantik und Vormärz und den zeitgenössischen Wissenschaften aufzutun. Erstmals wird ein umfassendes Kompendium für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Gesamtwerk Drostes vorgelegt.

Ausstellungskatalog

›Sehnsucht in die Ferne‹. Reisen und Landschaften der Annette von Droste-Hülshoff.
[Ausstellungskatalog]. Hg. von Jochen Grywatsch und Jens Kloster in Verbindung mit Dirk Brassel, Andreas Neuwöhner und Andreas Weiß. Bielefeld: Aisthesis 2017, 288 S.

Insgesamt neun Jahre ihres Lebens war die »Stockmünsterländerinn« Annette von Droste-Hülshoff unterwegs, und etwa die Hälfte ihres literarischen Werks entstand während auswärtiger Aufenthalte vom Paderborner Land bis zum Bodensee. Viel weiter noch als in der Wirklichkeit reiste die für ihre Landschaftsgedichte berühmte Autorin in ihrem Kopf – inspiriert von Lektüren und Gesprächen, getrieben von Fernsucht und der eigenen dichterischen Phantasie.

Die vorliegende Publikation erscheint im Zusammenhang der Wanderausstellung ›»Sehnsucht in die Ferne«. Reisen mit Annette von Droste-Hülshoff‹, die von 2017–2019 an verschiedenen Orten gastiert – Orte, die Droste besucht hat, die sie inspirierten und die sie literarisch verarbeitet hat. Essayistische und wissenschaftliche Beiträge, literarische Texte von Gegenwartsautorinnen und -autoren sowie von Annette von Droste-Hülshoff selbst setzen sich mit Fotos von der Ausstellung und ihren Exponaten zu einem vielschichtigen und anregenden Lese- und Bilderbuch zusammen.

Tagung

Mensch und Umwelt in der Literatur Annette von Droste-Hülshoffs und ihrer Zeit.

Tagung der LWL-Literaturkommission für Westfalen, der Droste-Gesellschaft, des Deutschen Instituts der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Akademie des Bistums Mainz

Leitung: Prof. Dr. Barbara Thums, Universität Mainz
Zeit: 11.04. bis 13.04.2019
Ort: Erbacher Hof, Mainz

» Pressemitteilung vom 11.04.19: Annette von Droste-Hülshoff in Berlin und Mainz

Die Tagung widmet sich dem Zusammenhang zwischen Modernisierungsprozessen und Aktualisierungen der Romantik im Zeitraum zwischen 1815 und 1848, in den das literarische Schaffen der Autorin Annette von Droste-Hülshoff fällt. Sie greift Anregungen des Ecocriticism und der Environmental Humanities auf, die sich für die Wechselwirkungen und Austauschbeziehungen zwischen organischer und anorganischer Welt interessieren und ›Ökologie‹ als eine literatur- und kulturwissenschaftlich relevante Form des Wissens verstehen. Es soll allerdings weniger diskutiert werden, ob und unter welchen Voraussetzungen die Literatur Annette von Droste-Hülshoffs sowie die sogenannte »Biedermeier«- und »Vormärz«-Literatur als »proto-ökologisch« qualifiziert werden kann. Vielmehr will die Tagung fragen, wie diese Literatur den Wahrnehmungsraum einer sich verändernden Natur-, Zeit- und Raumerfahrung sowie einer damit einhergehenden Veränderung der Lebensweise reflektiert und zur Darstellung bringt.

Konzepte und Begriffe wie ›Umwelt‹, ›environment‹, ›Stimmung‹, ›Atmosphäre‹ oder ›Milieu‹, die im frühen 19. Jahrhundert neu aufkommen bzw. im Spannungsfeld von Ästhetik, Psychologie, Physiologie, Biologie und entstehender Soziologie neu interpretiert werden, bieten hierfür vielversprechende Bezugspunkte. Ausgehend davon will die Tagung das komplexe Feld von Mensch-Umweltbeziehungen mit Blick auf die sogenannte »Biedermeier«- und »Vormärz«-Literatur und insbesondere auf die Texte Annette von Droste-Hülshoffs in wissensgeschichticher und modernetheoretischer Perspektive erschließen.

Bildnachweis:
Büste der Annette von Droste-Hülshoff in Münster, © Droste-Forschungsstelle