Ausgabe 1844

Haidebilder

Einige der bekanntesten Gedichte der Droste stammen aus der Sammlung Haidebilder, so etwa die berühmte Ballade Der Knabe im Moor. Der lyrische Zyklus entstand im Februar und März 1842 am Bodensee - und zwar in Einem Anlauf, wie die Dichterin in einem Brief an Levin Schücking berichtet (17.1.1844). Die kurze Entstehungszeit und der enge Zusammenhang der zwölf Gedichte dokumentiert sich auch darin, daß allein acht davon auf ein und demselben Arbeitsmanuskript überliefert sind. Der Zyklus bildet das Kernstück der Drosteschen Naturlyrik und spielt ausschließlich in der Münsterländer Landschaft. Wie die anderen Werke der Droste zeigen auch die Haidebilder ein doppeltes Gesicht. Sind einige Gedichte noch dem biedermeierlichen Zeitgeist verhaftet (etwa in den idyllischen Partien), so weisen andere mit ihren „naturmagischen” Zügen bereits auf den Symbolismus voraus. Modernität und Tradition gehen hier eine Verbindung ein, wie sie für die deutsche Literatur wohl einzigartig ist.


An folgenden Stellen wurde der Text u.a. nach brieflichen Zeugnissen der Droste korrigiert:

Der Weiher
V. 16 Und, Ufergrün, halt gute Wacht,
statt Und, Ufergrün, hab' gute Wacht,

Die Krähen
V. 8 Wenn nur ein Kanker schlich.
statt Wenn nur ein Kranker schlich. 

Das Hirtenfeuer
V. 59 Und alte Haideweise
statt Und alte Haideweisen

V. 60 Verzittert durch die Schmehlen.
statt Verzittern durch die Schmehlen.

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