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LesungLiebesglück und Liebesleid der Droste

Sonntag, 16. August 2020 | 11 Uhr | vor dem Haus Bökerhof

Die Schauspielerin Christina Seck im Diskurs mit der Droste: im Schatten der mächtigen Blutbuche, Foto:  (B. Aufenanger)

Lesung vor dem Haus Bökerhof zum 200. Jahrestag der „Jugendkatastrophe“

Text: B. Aufenanger

Vor genau 200 Jahren durchlebte und erlitt die junge Annette von Droste-Hülshoff in Bökendorf ein Beziehungsdrama, welches in der Folge nicht nur ihr schriftstellerisches Werk nachhaltig beeinflusste. Der großelterliche Gutshof, der am Rande des Dorfes gelegene Bökerhof der freiherrlichen Familie von Haxthausen, war im Sommer des Jahres 1820 Schauplatz der sogenannten "Jugendkatastrophe", wie in der Literatur das unglückliche Ende der Verbindung der 23-Jährigen Droste zu dem Göttinger Studenten Heinrich Straube bezeichnet wird. Zuvor war Droste in eine Art „Dreiecksbeziehung“ mit Straube und August von Arnswaldt geraten. Vor dem Hintergrund dieser existentiellen Erschütterung veränderte sich Drostes Schreibstil; ihre Texte gerieten zu persönlichen Bekenntnissen, in denen auch immer wieder Glaubenszweifel thematisiert wurden. Da auch die Bökendorfer Verwandtschaft einen gewissen Anteil an dem Beziehungsdrama hatte, brach Droste wegen der erlittenen Demütigung den Kontakt zu der mütterlichen Verwandtschaft mehr oder weniger ab und mied den Bökerhof für die nächsten 17 Jahre.

Um an den 200. Jahrestag der „Droste-Jugendkatastrophe“ zu erinnern, wird die Schauspielerin Christina Seck aus Paderborn am Sonntag, den 16.08.2020, um 11 Uhr eine Lesung mit Brieftexten und Gedichten von Droste gestalten. Dabei können die Teilnehmer gleichzeitig den Blick auf das idyllisch gelegene Haus Bökerhof genießen, denn die Lesung findet im Schatten der riesigen Blutbuche statt, die vor dem Bökerhof steht. Die Schauspielerin Christina Seck, die gebürtig aus Bökendorf stammt, ist für ihre markante Stimme, ihre unbändige Spielfreude und ihre phantasievolle Kreativität bekannt. Mehrfach war sie auch bereits in der hiesigen Region unterwegs und hatte viele Auftritte mit ihrem „Lumpentheater“. Doch auch Lesungen und Vorträge sind für sie kein neues Genre.

Der Termin für die Lesung zum 200. Jahrestag der „Droste-Jugendkatastrophe“ war bereits im Januar vor der Corona-Krise festgelegt worden. Umso mehr freut sich der Heimatverein Bökendorf als Veranstalter, dass es unter Einhaltung gewisser Auflagen inzwischen wieder möglich ist, kleine Kulturveranstaltungen durchzuführen. Eigentlich sollte die Lesung in der historischen Halle des Hauses Bökerhof stattfinden, doch im Interesse und zum Schutz der Besucher wurde die Veranstaltung ins Freie verlegt. So können nun auch die Abstandsregeln gut eingehalten werden und die geplante Lesung kann stattfinden. „Gerade in diesen Zeiten ist es besonders wichtig, die Kulturschaffenden zu unterstützen“, so der Vorstand des Heimatvereins. Und auch der Vorstand der Freilichtbühne unterstützt das Vorhaben. Denn sollte das Wetter wider Erwarten zu schlecht sein für eine Veranstaltung im Freien, wird die Lesung unter dem Tribünendach der nahegelegenen Freilichtbühne stattfinden, sodass alle im Trockenen sitzen. So können die Bökendorfer unabhängig vom Wetter in angemessener Weise an das bedeutende Ereignis im Leben der Annette von Droste-Hülshoff erinnern. Ein besonderer Dank geht auch an die Familie von Haxthausen, die das Areal vor dem Bökerhof für die Lesung zur Verfügung stellt.

Text: B. Aufenanger

Zur Anmeldung

Aufgrund der begrenzten Platzanzahl ist eine Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Kartenreservierungen (€ 10 pro Platz) nimmt Bernhard Aufenanger unter der Tel.-Nr. 0151/26507251 oder der E-Mail-Adresse „b.aufenanger@naturparkfuehrer.org“ entgegen.