Karteikasten Bibliographie

Stationen der Droste-Bibliographik

Seit ihrer Gründung im Jahr 1928 verfolgte die Annette von Droste-Gesellschaft das Anlegen eines Archivs, »in dem die gesamte Droste-Literatur (handschriftlich oder gedruckt) gesammelt und der Forschung nutzbar gemacht wird«, als eins ihrer wichtigsten Ziele. 1932 legten Eduard Arens und Karl Schulte Kemminghausen, beide Vorstandsmitglieder der Droste-Gesellschaft, eine erste, in Buchform publizierte Droste-Bibliographie vor.

1950 folgte eine von dem damaligen Geschäftsführer Clemens Heselhaus herausgegebene Fortsetzung für die Jahre 1932 bis 1948 (veröffentlicht im »Jahrbuch der Droste-Gesellschaft«, Bd. 2), an die sich die 1972 erschienene, von Winfried Theiß erarbeitete Fortführung für die Jahre 1949 bis 1969 anschloss (erschienen im »Jahrbuch der Droste-Gesellschaft«, Bd. 5, 1972). Daneben erschien 1963 bzw. 1968 in aktualisierter Form eine Auswahlbibliographie von Hans Thiekötter, ebenfalls Geschäftsführer der Gesellschaft. Als in den 1970er Jahren die Historisch-kritische Ausgabe der Werke und des Briefwechsels der Annette von Droste-Hülshoff (HKA) vorbereitet wurde, erwies es sich als unverzichtbar, ein umfassendes und zuverlässiges bibliographisches Arbeitsinstrument nutzen zu können. Dieses war aufgrund der Vielzahl von Ergänzungen, Präzisierungen und Korrekturen nur durch eine Neubearbeitung, die altes sowie neu aufgefundenes Material zusammenführen würde, zu gewährleisten.

Im Ergebnis entstand die zweibändige, auf Vollständigkeit angelegte Droste-Bibliographie, die von Aloys Haverbusch erarbeitet wurde. Redaktionsschluss war der 31. Dezember 1980 und in zwei Teilbänden erschien die Bibliographie im Rahmen der HKA (Bd. XIV,1 und XIV,2) 1983 und 1985. Im Jahr 2005 erschien die Droste-Bibliographie 1981-2003, die an die HKA-Bibliographie anschließt und die Lücke bis zur Gegenwart füllt. Beginnend mit dem Jahrgang 2004 werden über diese Website regelmäßige jährliche bibliographische Berichte sowie eine Übersicht über aktuelle Neuerscheinungen veröffentlicht. Momentan entsteht die Droste-Bibliographie 2004-2020.

Droste-Bibliographie 1981-2003

Die Droste-Bibliographie 1981-2003 (Herausgegeben und bearbeitet von Jochen Grywatsch. Unter Mitarbeit von Michael Aust. Bielefeld: Aisthesis 2005) entstand — ebenso wie ihre Vorgängerin — im Zusammenhang der Dokumentations- und Sammeltätigkeit der Droste-Forschungsstelle, der Arbeitsstelle der in den 70er Jahren begonnnen Historisch-kritischen Droste-Ausgabe. Hier war die bibliographische Arbeit gekoppelt an den Aufbau einer umfassenden Bibliothek, in der nach Möglichkeit alle Publikationen von und über Droste vorgehalten werden. Bis heute wird das Archiv ständig weiter ausgebaut und stellt mit seinem wertvollen Spezialbestand einen einzigartigen Fundus dar. Der Gesamtbestand der Droste-Forschungsstelle, der durch ein Handschriftenkopienarchiv ergänzt wird, umfasst heute etwa 7.000 Titel (davon ca. 1500 Primärliteratur und ca. 5000 Sekundärliteratur). Weiterhin wird hier der handschriftliche Nachlass der Autorin, der in zahlreichen Archiven des In- und Auslandes verstreut ist, als Fotokopie, Fotografie oder Mikrofilm aufbewahrt.

1981-2003

Droste-Bibliographie 1981-2003.

Hrsg. und bearb. von Jochen Grywatsch unter Mitarbeit von Michael Aust. Bielefeld: Aisthesis 2005.

Der besondere Stellenwert des literarischen Werks der Annette von Droste-Hülshoff ist unbestritten. Das belegt auch die Vielzahl der Publikationen und Veranstaltungen zu den Jubiläen 1997 (200. Geburtstag) und 1998 (150. Todestag). Seitdem sie institutionell erforscht wird – also etwa seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts –, ist die Autorin in verschiedenen Etappen Gegenstand bibliographischer Grundlagenarbeit gewesen. Anfang der 1980er Jahre erschien, alle Vorstufen aufnehmend, die zweibändige Bibliographie der Historisch-kritischen Droste-Ausgabe (Tübingen 1983 bzw. 1985). Das Erstellen dieses umfassenden Hilfsmittels war verbunden mit der Einrichtung einer Forschungsstelle, in der die gesamte Droste-Literatur (Primär- und Sekundärliteratur) gesammelt, archiviert und für die Wissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit nutzbar gemacht wurde.