Frau mit Annette von Droste-Hülshoff. Handbuch, © Droste-Forschungsstelle

Publikationen

Hier finden Sie die Veröffentlichungen der Droste-Forschungsstelle.

Handbuch

Annette von Droste-Hülshoff. Handbuch.

Hg. von Cornelia Blasberg und Jochen Grywatsch. Berlin, Boston 2018, 810 S.

Mit über 150 Artikeln von 40 Beiträgerinnen und Beiträgern

Prof. Dr. Cornelia Blasberg, Universität Münster
Dr. Jochen Grywatsch, LWL-Literaturkommission für Westfalen

Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848) gilt heute als bedeutendste deutschsprachige Autorin des 19. Jahrhunderts. Teile ihres Werks, wie die Judenbuche, der lyrische Zyklus der Haidebilder und einzelne exponierte Gedichte, waren und sind kontinuierlich Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung und der öffentlichen Wahrnehmung. Daneben existieren größere Werkkomplexe, denen bisher nur wenig Aufmerksamkeit zuteil geworden ist.

Das Droste-Handbuch hat sich die Neu-Entdeckung des komplexen Oeuvres zur Aufgabe gemacht. Es erschließt das literarische, das musikalische und das Briefwerk von Annette von Droste-Hülshoff durch zahlreiche Einzeltextanalysen und Überblicksartikel in bislang nicht vorhandener Vollständigkeit. Dabei liegt der Fokus darauf, die ästhetische Prägnanz und Modernität der Texte herauszuarbeiten, vor dem Hintergrund der Forschung zu diskutieren und neue Bezugsfelder der Interpretation zu den Marktverhältnissen, den ästhetischen Debatten zwischen Romantik und Vormärz und den zeitgenössischen Wissenschaften aufzutun. Erstmals wird ein umfassendes Kompendium für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Gesamtwerk Drostes vorgelegt.

Jahrbücher

Droste-Jahrbuch 12, 2017/2018

Hrsg. von Cornelia Blasberg, Jochen Grywatsch
und Winfried Woesler.

Hannover: Wehrhahn 2019.

ISBN 978-3-86525-724-6

Mit Beiträgen von: Thomas Althaus, Cornelia Blasberg, Walter Erhart, Gerd Eversberg, Jürgen Gunia, Jochen Grywatsch, Vanessa Höving, Thomas Kleinknecht, Kerstin Mertenskötter, Rita Morrien, Barbara Potthast

Das »Droste-Jahrbuch 12« versammelt aktuelle wissenschaftliche Beiträge zum literarischen Werk der Annette von Drost-Hülshoff und seiner Rezeption. Übergreifende Aufsätze beleuchten die Bedeutung von Bildlichkeit und das Dispositiv ikonischer Wahrnehmung im Werk, arbeiten mit dem Konzept der ›Stimmung‹ und erhellen den Zusammenhang von Wahrnehmung, Imagination und Medientechnik. Eine vergleichende Studie fasst Drostes und Adelbert von Chamissos Repräsentationen von Nähe und Ferne zusammen; eine weitere konturiert Aspekte der Rezeption Drostes durch Theodor Storm. In Einzelinterpretationen werden die an Amalie Hassenpflug gerichtete Apostrophe Der Traum und das Gedicht Das alte Schloß als adelspolitische Standortbestimmung behandelt. Eine Analyse der Abteilung Gedichte vermischten Inhalts der 1844er Ausgabe gibt Aufschlüsse zur Kompositionsästhetik der Autorin. In der Rubrik »Literarische Rezeption« wird über aktuelle lyrische Auseinandersetzungen mit Drostes Werk berichtet und die Vielzahl aktueller Droste-Romane in den Blick genommen. Drei Beiträge diskutieren aktuelle Bühnenproduktionen zu Annette von Droste-Hülshoff. Abgerundet wird der Band durch eine Miszelle zu einem bisher unbekannten Schriftzeugnis der Autorin.

Droste-Jahrbuch 11, 2015/2016

Rüdiger Nutt-Kofoth (Hg.): Literaturgeschichte als Problemfall. Zum literarhistorischen Ort Annette von Droste-Hülshoffs und der ›biedermeierlichen‹ Autoren in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Hannover: Wehrhahn 2017.

ISBN 978-3-86525-559-4

Mit Beiträgen von: Cornelia Blasberg, Stephan Brössel, Wolfgang Bunzel, Daniel Ehrmann, Gustav Frank, Lars Korten, Claudia Liebrand, Madleen Podewski, Ernst Ribbat, Jörg Schönert, Barbara Thums, Michael Titzmann und Thomas Wortmann

Der elfte Band des Droste-Jahrbuchs behandelt ein offenes Problem der Literaturgeschichte für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, das sich durch jüngere Perspektiven auf die fraglichen Autorinnen und Autoren, insbesondere auf Annette von Droste-Hülshoff, weiter potenziert hat. Nachgegangen wird der literaturgeschichtlichen Verortung der sogenannten Biedermeierautoren bzw. jener Autoren, die sich in der Zeit 1820/30–1850 nicht dem Jungen Deutschland bzw. dem Vormärz zuschlagen lassen. Neben den Bezügen auf Annette von Droste-Hülshoff wird die literarhistorische Konstellation der Zeit grundsätzlich in den Blick genommen. Untersucht wird, ob die herkömmlichen Vorstellungen von den ›konservativen‹ ›Biedermeier‹-Autoren tatsächlich zutreffen, ob sich eine solche Autorengruppe literaturgeschichtlich konsistent fassen lässt und welche Auswirkungen solche Überlegungen auf die literaturgeschichtliche Beschreibung der ›Restaurationszeit‹ haben, deren literarhistorische Epochensignaturen bis heute umstritten sind.

Droste-Jahrbuch 10, 2013/2014

Hrsg. von Jochen Grywatsch und Winfried Woesler.

Hannover: Wehrhahn 2015.

ISBN 978-3-86525-456-6

Mit Beiträgen von: Gabriella Catalano, Cornelia Ilbrig, Jutta Linder, Stefan Neu, Luigi Reitani, Mechthild von Schoenebeck, Ruth Schumacher, Franz Schwarzbauer, Heike Spies, Michele Vangi und Winfried Woesler.

Ein Schwerpunkt des »Droste-Jahrbuchs 10« liegt auf der Dokumentation der Tagung »Die Droste und Italien«, die 2011 in Rom durchgeführt wurde. Insgesamt elf Beiträge beleuchten Aspekte des Verhältnisses der Annette von Droste-Hülshoff zum Sehnsuchtsland Italien, berichten über Ergebnisse der italienischen Droste-Philologie, die maßgeblich von den Arbeiten Giorgio Cusatellis geprägt wurde, analysieren Einflüsse italienischer Kultur auf das literarische und musikalische Werk der Droste und dokumentieren entsprechende Spuren in ihrem Lebensumfeld. Im zweiten Teil versammelt der vorliegende Band aktuelle Beiträge zum literarischen Werk der Droste (zu der Ballade »Der Knabe im Moor«), zur katholischen Rezeption, zur lyrischen Rezeption bei Thomas Kling (»spleen. Drostemonolog«) sowie zur Entwicklung der Kreativität der Autorin. Eine Miszelle zur Frage des Geburtstages der Annette von Droste-Hülshoff und eine Rezension runden den Band ab.

Droste-Jahrbuch 9, 2011/2012

Cornelia Blasberg in Verbindung mit Jochen Grywatsch (Hg.): ZwischenZeiten. Zur Poetik der Zeitlichkeit in der Literatur der Annette von Droste-Hülshoff und der ›Biedermeier‹-Epoche

Hannover: Wehrhahn 2013.

ISBN 978-3-86525-322-4

Mit Beiträgen von: Cornelia Blasberg, Walter Erhart, Markus Fauser, Jürgen Gunia, Jochen Grywatsch, Claudia Liebrand, Anke Kramer, Rüdiger Nutt-Kofoth, Marcus Twellmann, Barbara Thums, Peter Schnyder und Ulrike Vedder

Im Bewusstsein der Gegenwart hat das Paradigma der ›Beschleunigung‹ einen zentralen Platz erobert. Die aktuelle Fülle philosophischer und kulturwissenschaftlicher Studien dokumentiert, dass die teils faszinierende, teils bedrohlich wirkende Erfahrung einer unwiderruflich aus den Fugen geratenen Zeit fachlicher Erkundung und gesellschaftlicher Diskussion bedarf. Vor dem Hintergrund der neuen Aufmerksamkeit für das Phänomen ›Zeit‹ wird zweierlei deutlich: dass ›Zeit‹ keine vorgegebene Größe, sondern Produkt kultureller Verhandlungen ist, und dass viele heutige Überlegungen prominente Vorläufer um 1900 und im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts hatten. Heinrich Heines berühmtes Diktum, dass die Eisenbahn Raum und Zeit vernichte, ist nur ein Beleg dafür. Die These, unter der die Beiträge in diesem Band versammelt sind, lautet demnach: Die Literatur der sog. »Biedermeier«-Epoche muss neu gelesen und interpretiert werden, indem ihr vorgeblicher Quietismus als Ausdruck sich gegenseitig neutralisierender Spannungen, als Ergebnis einer Auseinandersetzung mit einer alle Lebensbereiche durchziehenden Temporalisierung und, damit einhergehend, dem Verlust gewohnter Orientierungsmöglichkeiten in Zeit und Raum begriffen wird.

Der vorliegende Band dokumentiert das Kolloquium »Zeit-Szenen. Zeit-Krisen. Zur Literatur der Annette von Droste-Hülshoff und der ›Biedermeier‹-Epoche«, das im April 2011 in Münster stattfand. Unter wechselnden Schwerpunktsetzungen gehen die Beiträge der Frage nach, wie literarische Texte die fundamentale Zeitkrise nach 1800 aufgreifen, welche wissenschaftlichen und philosophischen Diskurse (etwa aus den Bereichen der Geologie, der Paläontologie, der Traumforschung, des Erbschaftsrechts usw.) sie dabei zu Rate ziehen, wie überhaupt eine literarische Darstellung beschaffen sein kann, die nicht nur ihren Lesern neue Konzepte von Zeit anbietet, sondern die ihre eigene formale Struktur grundlegend ›temporalisieren‹ muss. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht das literarische Werk der Annette von Droste-Hülshoff, dessen Modernität sich in all seiner Widersprüchlichkeit durch vielfältige Seitenblicke auf zeitgenössische Texte in besonderer Weise erschließt. So bietet der Band aktuelle literaturwissenschaftliche Forschungsbeiträge zu Texten der berühmtesten Autorin des 19. Jahrhunderts und kann zudem als Kompendium gelesen werden, das aus kulturwissenschaftlicher Perspektive Aufschluss über das immer wieder neu zu reflektierende und gestaltende Problem ›Zeit‹ gibt.

Droste-Jahrbuch 8, 2009/2010

Hrsg. von Jochen Grywatsch und Winfried Woesler

Hannover: Wehrhahn 2011.

ISBN 978-3-86525-234-0

Mit Beiträgen von: Cornelia Blasberg, Rainer Godel, Jochen Grywatsch, Cornelia Ilbrig, Ernst Ribbat, Heinz Rölleke, Gert Sautermeister, Sylvia Schmitz-Burgard, Uta Treder, Thomas Wortmann und Winfried Woesler

Rezensionen von: Pei-yu Chang, Cornelia Ilbrig, Jens Kloster und Nils Rottschäfer

Das »Droste-Jahrbuch 8« versammelt aktuelle wissenschaftliche Beiträge zu Annette von Droste-Hülshoff, ihrem literarischen Werk und seiner Rezeption. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet die Beschäftigung mit der Judenbuche. Während Uta Treder die spezifische Verwendung von Jahresangaben und ihr brisantes Potential fokussiert, perspektiviert Sylvia Schmitz-Burgard den Text auf rechtshistorischer Basis als ein ›Unsittengemälde‹ von Gewalt und Gesetzes-wirkungslosigkeit. Dem Vorspruch der Judenbuche widmen sich die Beiträge von Winfried Woesler und Heinz Rölleke. Gattungsübergreifend untersucht Cornelia Blasberg Rahmungen als Strukturform bei Droste, und Ernst Ribbat blickt auf Die Schlacht im Loener Bruch. 1623 als ein Schreckensbild westfälischer Geschichte. Cornelia Ilbrig fokussiert das Romanfragment Ledwina mit einem Seitenblick auf das Gedicht Im Grase, und Thomas Wortmann liest die Westphälischen Schilderungen als »durchkreuzten Hermannmythos«. Eine vergleichende Analyse der Lyrik Drostes und Eduard Mörikes leistet der Beitrag von Gert Sautermeister, und Rainer Godel untersucht »Elemente der Weltanschauungsliteratur« in Hans Francks Romanbiographie »Annette« von 1937. Jochen Grywatsch schließlich stellt neue Aufschlüsse zur Lektürepraxis der Autorin dar und dokumentiert Nachweise bisher nicht identifizierter Lektürenotizen im Nachlass der Droste. Abgerundet wird der Band durch Rezensionen und Vorstellungen neuer Bücher zu der Autorin.

Droste-Jahrbuch 7, 2007/2008

Jochen Grywatsch (Hg.): Raum. Ort. Topographien der Annette von Droste-Hülshoff.

Hannover: Wehrhahn 2009.

ISBN 978-3-86525-117-6

Mit Beiträgen von: Cornelia Blasberg, Heinrich Detering, Ulrich Gaier, Jochen Grywatsch, Lothar Köhn, Claudia Liebrand, Rüdiger Nutt-Kofoth, Ute Obhof, Ernst Ribbat, Franz Schwarzbauer, Mirjam Springer, Kirsten Wagner und Winfried Woesler

Rezensionen von: Jens Kloster, Marc Reichwein, Christina Riesenweber und Nils Rottschäfer

Das Topographische, der Bezug auf Räume und Orte, auf Regionen und Landschaften, hat seit einigen Jahren in unterschiedlichen Disziplinen – vor dem Hintergrund von Globalisierung, digitaler Revolution und tief greifender geopolitischer Veränderungen u.a. im Zusammenhang mit der Neuordnung Europas – neue Aufmerksamkeit erlangt. Dies weist deutliche Analogien zu der Zeit der Annette von Droste-Hülshoff auf, zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Spannungsfeld zwischen Revolution und Restauration, Biedermeier und Vormärz bestimmten Brüche, Einschnitte und Transformationen maßgeblich die Signatur einer Epoche, in der – hervorgerufen durch vielfältige politisch-territoriale und gesellschaftliche Veränderungen – Räume, Grenzen und Ordnungen einem raschen und ständigen Wandel unterzogen waren.
Das Werk Annette von Droste-Hülshoffs ist in signifikanter Weise gekennzeichnet von Bezügen zu Räumen, zu Orten und zu Landschaften. Dieser Befund steht auch am Anfang einer Rezeptionsgeschichte, die Droste plakative Zuschreibungen wie »Westfälische Heidenachtigall« und das Klischee einer weltfremden, konservativen Heimatdichterin einbrachte. Sie selbst hat sich in ihrem literarischen Werk und Briefkorpus in vielerlei Hinsicht räumlich orientiert, expliziert und verortet. Dies bezieht sich nicht allein auf die heimatliche Umgebung des Münsterlandes, sondern gleichermaßen auf diejenigen Regionen, die sich die Droste als Reisende erschlossen hat, wie z. B. die Bodenseeregion mit den Orten Meersburg und Eppishausen. In den Blickpunkt rücken die lyrischen Westfalen- und Bodenseebilder ebenso wie die landschaftsbezogenen Prosawerke und die Reiseschilderungen in ihren Briefen. Dabei haben ihre raum- und ortsbezogenen Texte eine zentrale Gemeinsamkeit: Sie stellen kaum einmal ein beschauliches, idyllisierend-affirmatives Landschaftsbild her, sondern es sind in ihnen stets die Brüche, die Irritationen und die Abgründe eingeschrieben.
Der vorliegende Band dokumentiert das Kolloquium »Raum. Ort. Topographien der Annette von Droste-Hülshoff«, das vom 17. bis 20. Mai 2007 in Meersburg stattfand. In vierzehn Beiträgen wurde den Repräsentationen, Motiven und Funktionen von Raum und Räumlichkeit in Leben und Werk der Annette von Droste-Hülshoff nachgegangen und deren Aneignung, Prägung und Wirksamkeit im Hinblick auf die Autorin umfassend neu konturiert.

Droste-Jahrbuch 6, 2005/2006

Hrsg. von Jochen Grywatsch und Winfried Woesler

Hannover: Wehrhahn 2007.

ISBN 978-3-86525-066-7

Mit Beiträgen von: Carsten Arbeiter, Ulrich Gaier, Jochen Grywatsch, Martin Harris, Christoph Kleinschmidt, Ortrun Niethammer, Anja Peters, Meinolf Schumacher, Franz Schwarzbauer, Angela Steidele und Winfried Woesler

Der Wehrhahn Verlag hat mit diesem Band das Droste-Jahrbuch in sein Programm übernommen. Der Schwerpunkt des »Droste-Jahrbuches« 6 liegt auf der Dokumentation der von Ulrich Gaier und Franz Schwarzbauer veranstalteten Tagung »Sammeln und Bewahren« zu Joseph von Laßberg (1770–1855), Besitzer der Meersburg und einer der Väter der Germanistik, und zur Meersburger Umgebung der Droste. Hinzu kommen aktuelle Beiträge zu ihrem literarischen Werk, vor allem zu den Gedichten Der Graf von Thal und Das Fräulein von Rodenschild, zur Biographie mit der Vorstellung neuer Brieffunde und zur Wirkungsgeschichte der Droste im Medium des Films und des Internets. Abgerundet wird der Band durch Rezensionen und Vorstellungen neuer Bücher zu der Autorin.

*Information, Bände 1-5

Die Bände 1-5 des Droste-Jahrbuchs erschienen in unregelmäßigen Abständen in alleiniger Verantwortung der Annette von Droste-Gesellschaft: Band 1 (1986/1987) - Band 2 (1988-1990) - Band 3 (1991-1996) - Band 4 (1997/1998) - Band 5 (1999-2004).

Ab Band 6 erscheint das Droste-Jahrbuch in zweijähriger Folge unter der Herausgeberschaft von Jochen Grywatsch und Winfried Woesler im Auftrag der Droste-Gesellschaft und in Verbindung mit der LWL-Literaturkommission für Westfalen. Freie Sammelbände und je von Einzelherausgebern verantwortete Themenbände, die auf regelmäßig veranstaltete Fachtagungen zurückgehen, wechseln sich ab.

Droste-Bibliographie

Hrsg. und bearb. von Jochen Grywatsch unter Mitarbeit von Michael Aust. Bielefeld: Aisthesis 2005.

Der besondere Stellenwert des literarischen Werks der Annette von Droste-Hülshoff ist unbestritten. Das belegt auch die Vielzahl der Publikationen und Veranstaltungen zu den Jubiläen 1997 (200. Geburtstag) und 1998 (150. Todestag). Seitdem sie institutionell erforscht wird – also etwa seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts –, ist die Autorin in verschiedenen Etappen Gegenstand bibliographischer Grundlagenarbeit gewesen. Anfang der 1980er Jahre erschien, alle Vorstufen aufnehmend, die zweibändige Bibliographie der Historisch-kritischen Droste-Ausgabe (Tübingen 1983 bzw. 1985). Das Erstellen dieses umfassenden Hilfsmittels war verbunden mit der Einrichtung einer Forschungsstelle, in der die gesamte Droste-Literatur (Primär- und Sekundärliteratur) gesammelt, archiviert und für die Wissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit nutzbar gemacht wurde.

Ausstellungen

›Sehnsucht in die Ferne‹.

›Sehnsucht in die Ferne‹. Reisen und Landschaften der Annette von Droste-Hülshoff.
[Ausstellungskatalog]. Hg. von Jochen Grywatsch und Jens Kloster in Verbindung mit Dirk Brassel, Andreas Neuwöhner und Andreas Weiß. Bielefeld: Aisthesis 2017, 288 S.

Insgesamt neun Jahre ihres Lebens war die »Stockmünsterländerinn« Annette von Droste-Hülshoff unterwegs, und etwa die Hälfte ihres literarischen Werks entstand während auswärtiger Aufenthalte vom Paderborner Land bis zum Bodensee. Viel weiter noch als in der Wirklichkeit reiste die für ihre Landschaftsgedichte berühmte Autorin in ihrem Kopf – inspiriert von Lektüren und Gesprächen, getrieben von Fernsucht und der eigenen dichterischen Phantasie.

Die vorliegende Publikation erscheint im Zusammenhang der Wanderausstellung ›»Sehnsucht in die Ferne«. Reisen mit Annette von Droste-Hülshoff‹, die von 2017–2019 an verschiedenen Orten gastiert – Orte, die Droste besucht hat, die sie inspirierten und die sie literarisch verarbeitet hat. Essayistische und wissenschaftliche Beiträge, literarische Texte von Gegenwartsautorinnen und -autoren sowie von Annette von Droste-Hülshoff selbst setzen sich mit Fotos von der Ausstellung und ihren Exponaten zu einem vielschichtigen und anregenden Lese- und Bilderbuch zusammen.

Zimmer Frei.

Zimmer Frei. Zehn museale Entwürfe für Annette von Droste-Hülshoff. Neue Wege der Literaturausstellung. Hg. von Jochen Grywatsch. Bielefeld: Aisthesis 2011, 161 S.

Literatur anregend, erlebnisreich und spannend ausstellen, kann man das überhaupt?

Denn Literatur ist per se nicht fürs Museum bestimmt; sie vollendet sich erst im Akt des Lesens, in der Phantasie des Lesers. Und die lässt sich schwerlich in eine Vitrine stecken.
Der vorliegende Katalog versammelt zehn Ausstellungsideen zu Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) im fortgeschrittenen Konzeptstadium. Die Entwürfe dokumentieren spezifische Ausstellungsarchitekturen, die unter verschiedenen thematischen Gesichtspunkten Leben und Schreiben der bedeutenden Autorin aus Westfalen fokussieren.

Dabei werden ungewöhnliche und innovative Zugänge geschaffen, die für den Bereich der Literaturausstellung neue Horizonte aufzeigen und insbesondere eins deutlich machen: Für museale Zwecke lässt sich Literatur übertragen und gestalten in szenischen Raumbildern, die Besucher inspirieren und hineinziehen in einen sinnlich erfahrbar gemachten Kosmos der Worte.

›Die Reise nach dem Mond‹.

›Die Reise nach dem Mond‹. Annette von Droste-Hülshoff im Rheinland. [Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung]. Hg. und bearb. von Ingrid Bodsch in Verbindung mit Cornelia Ilbrig, Jochen Grywatsch und Bernd Kortländer. Bonn 2008.

Mit Beiträgen von: Thomas Becker, Ingrid Bodsch, Norbert M. Borengässer, Walter Gödden, Jochen Grywatsch, Cornelia Ilbrig, Monica Klaus, Bernd Kortländer, Joseph A. Kruse, Clemens Looz von Corswarem, Ortrun Niethammer, Enno Stahl, Angela Steidele und Matthias von der Bank

Droste (Second sight)

Ostrowski, Aribert von: Droste (Second sight). Eine Ausstellung im Museum für Westfälische Literatur (Nottbeck). Hg. von Jochen Grywatsch. Bielefeld: Aisthesis 2007, 64 S.

Der vorliegende Katalog mit CD entstand anlässlich der von der Literaturkommission für Westfalen angeregten Ausstellung »Droste (Second sight)« von Aribert von Ostrowski, die vom 1. September bis zum 5. November 2006 im Museum für Westfälische Literatur in Oelde-Stromberg zu sehen war. Das Konzert »Drei Stücke für Kontrabass allein nach Originalkompositionen der Annette von Droste-Hülshoff« von Bernd von Ostrowski bildete zusammen mit Rezitationen von Droste-Gedichten durch die Schauspielerin Sabine Negulescu den Auftakt einer perspektivenreichen Auseinandersetzung mit dem Werk der Annette von Droste-Hülshoff auf dem Kulturgut Haus Nottbeck.

Weitere Bände

Der Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis 1953-2015.

Der Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis 1953-2015. Eine Dokumentation. Hg. von Jochen Grywatsch und Eva Poensgen unter Mitarbeit von Anna-Lena Böttcher. Bielefeld: Aisthesis 2016, 356 S.

Der Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis wird seit 1953 als Westfälischer Literaturpreis vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe vergeben. In den Annalen des Preises, der als regionaler Literaturpreis eine Sonderstellung behauptet, finden sich zahlreiche illustere Namen, u.a. Ernst Meister, Peter Rühmkorf, Sarah Kirsch und Cornelia Funke. Bis heute sind 24 Autorinnen und Autoren ausgezeichnet worden.

Der vorliegende Band dokumentiert die einzelnen Preisverleihungen mit ihren Laudationes und Dankreden. Eine umfangreiche Einleitung perspektiviert den Preis und seine Entwicklung, auch im Kontext des vorangehenden Westfälischen Literaturpreises, der 1935 begründet wurde. Der Dokumentation zugrunde liegt die Auswertung der Akten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und des Westfälischen Heimatbundes.

Idylle, Todesraum und Aggression.

Böschenstein, Renate: Idylle, Todesraum und Aggression. Beiträge zur Droste-Forschung. Hg. von Ortrun Niethammer. Bielefeld: Aisthesis 2007.

Die vorliegende Veröffentlichung versammelt Beiträge der Genfer Literaturwissenschaftlerin Renate Böschenstein (1939-2003) zur Droste-Forschung. Böschenstein bereicherte diese durch einen spezifischen Ton, eine dezidierte Methode und eine besondere Fragestellung. Ihre Interpretationen gehen von einem psychoanalytischen Ansatz aus und beleuchten das Spannungsfeld zwischen idyllischen Topoi (etwa in der Naturlyrik der Droste) und Potentialen des Bedrohlichen und Aggressiven.

Immer wieder beschäftigte sich Böschenstein mit bestimmten Schlüsseltexten der Droste. Hierzu gehören das früh abgebrochene Romanfragment „Ledwina“, das in fast allen ihren Aufsätzen im Hinblick auf die Vater-Tochter-Beziehung eine Rolle spielt, sowie die Prosatexte „Bei uns zu Lande auf dem Lande“ und „Westphälische Schilderungen“, die als Spiegel familiärer Strukturen und als Landschaftsbeschreibungen ins Blickfeld rücken. Renate Böschensteins Arbeitsschwerpunkt lag im Bereich des Realismus, dem die Dichtung der Droste nur eingeschränkt zuzurechnen ist. Vor hier aus ergeben sich, wie die abgedruckten Texte zeigen, produktive Ansätze einer Neuinterpretation des Drosteschen Œuvres.

Eine literarische Gesellschaft im 20. Jahrhundert.

Eine literarische Gesellschaft im 20. Jahrhundert. 75 Jahre Annette vonDroste-Gesellschaft in Münster (1928-2003). Hrsg. von Jochen Grywatsch und Ortrun Niethammer. Bielefeld: Aisthesis 2003.

Maßgeblich sorgen literarische Gesellschaften dafür, das Interesse an Literatur wach zu erhalten und durch neue Initiativen zu beleben.Sie tun dies durch Lesungen, Vorträge, Tagungen, durch Ausstellungen, Museen und Archive, durch Veröffentlichungen, Jahrbücher und Ausgaben.
Die Annette von Droste-Gesellschaft (Münster), die erste derartige Vereinigung, die sich einer Autorin widmet, besteht 2003 seit 75 Jahren. Dieses Jubiläum ist Anlass, zurückzublicken auf die in manchen Teilen unaufgearbeitete Geschichte einer Institution, die in der Kulturlandschaft Westfalens stets einen besonderen Platz eingenommen hat. Eckpunkte des Interesses sind die Funktionalisierung der Gesellschaft im Rahmen der nationalsozialistischen Kulturpolitik, über die bisher nur wenig bekannt war, sowie die stets enge Verbindung mit der Universitätsgermanistik in Münster. Dazu kommen die Würdigung herausragender Projekte, die die Gesellschaft initiiert und gefördert hat, wie das ‚Lyrikertreffen Münster ‘und die ‚Historisch-kritische Droste-Ausgabe ‘.Gleichzeitig geht es um die Frage einer Neu-Profilierung unter den stark veränderten Bedingungen der Gegenwart.
Der Band umfasst aufschlussreiche Ein-und Rückblicke, literarische Verarbeitungen und ironische Brechungen, anregende Ausblicke sowie eine Vielzahl von Abbildungen als Dokumentation der Jubiläumsausstellung.

Transformationen.

Tranformationen. Texte und Kontexte zum Abschluss der Hist.-kritischen Droste-Ausgabe. Hg. von Ortrun Niethammer. Bielefeld: Aisthesis 2002.

Nach über 20-jähriger Forschungsarbeit liegt die Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke und Briefe von Annette von Droste-Hülshoff vollständig vor. Das von Winfried Woesler herausgegebene editorische Großprojekt markiert einen wichtigen Meilenstein in der wissenschaftlichen und auch populären Erschließung ihres Œuvres. Es hat in erheblicher Weise zum Wandel des heutigen Droste-Bildes beigetragen, bei dem nicht mehr die katholisch-westfälische Heimatdichterin, sondern die weltoffene, moderne Autorin im Mittelpunkt steht.

Der vorliegende Band dokumentiert die Beiträge eines Festaktes und einer Tagung, die im Juli 2001 in Münster stattgefunden haben. Zu der kritischen Würdigung haben sowohl Mitarbeiter der Ausgabe als auch externe Fachleute beigetragen. Dazu gehören u.a. Barbara Hahn, Renate von Heydebrand, Annette Hülsenbeck, Walter Jaeschke, Lothar Köhn, Rosl Kuhlmann, Bernd Kortländer, Günter Oesterle, Ernst Ribbat, Manfred Schneider und Martina Wagner-Egelhaaf.

Gerd Oberembt: Die Dichter und die Droste.

Gerd Oberembt: Die Dichter und die Droste. Produktive Lektüre in der klassischen Moderne. Bielefeld: Aisthesis 2002.

„Und gerade jetzt sollte man sie lesen – nicht deshalb, weil ihr Geburtstag eben zum hundertsten Male wiedergekehrt ist, sondern weil sie keiner geistigen Epoche näher verwandt ist als der unseren.“ Es scheint so, als hätten viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller das Postulat des bedeutenden Literarhistorikers Richard M. Meyer aus dem Jahre 1897 beherzigt. Denn entgegen landläufiger Forschungsmeinung wurde das Werk Annette von Droste-Hülshoffs sehr wohl von Autorinnen und Autoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Kenntnis genommen. Von Rilke beispielsweise, der die Droste eine „Vorläuferin moderner Lyrik“ nannte. Aber auch von Peter Hille, Hermann Löns, Gerhart Hauptmann, Moritz Heimann, Oskar Loerke, Walter Benjamin und vielen anderen. Für Ricarda Huch verkörperte die Droste „Lust am Trotz und Stolz“. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die progressive Moderne einen produktiven Resonanzraum für die Dichtungen der Droste abgab.
Beginnend mit Detlev von Liliencron, endend mit Ernst Jünger und Paul Celan, stellt die vorliegende intertextuelle Studie rund 40 Schriftstellerinnen und Schriftsteller vor. Die einzelnen Porträts werden jeweils im Zusammenhang der Epochen – des Impressionismus, des Traditionalismus und des magischen Realismus – entfaltet. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit der Wirkungsgeschichte der Droste aus religiöser oder – wie am Beispiel Adolf von Hatzfelds aufgezeigt wird – aus regionaler Sicht.
Die vorliegende Studie führt der aktuellen Diskussion über die Modernität der Droste umfangreiches neues Quellenmaterial zu. Es zeigt, dass die Schriftstellerinnen und Schriftsteller der klassischen Moderne mit der Dichterin des 19. Jahrhunderts in einen konstruktiven Dialog eintraten. Unter dem Blickwinkel der Droste-Rezeption wird somit eine kleine Geschichte der klassischen Moderne und ihrer Strömungen entfaltet.

Bildnachweis:
Frau mit Annette von Droste-Hülshoff. Handbuch, © Droste-Forschungsstelle