check-circle Created with Sketch.

Droste-Jahrbuch 11 (2015/16)

Rüdiger Nutt-Kofoth (Hrsg.): Literaturgeschichte als Problemfall. Zum literarhistorischen Ort Annette von Droste-Hülshoffs und der ›biedermeierlichen‹ Autoren in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. – Hannover: Wehrhahn 2017. 320 S.

Beschreibung

Mit Beiträgen von: Cornelia Blasberg, Stephan Brössel, Wolfgang Bunzel, Daniel Ehrmann, Gustav Frank, Lars Korten, Claudia Liebrand, Madleen Podewski, Ernst Ribbat, Jörg Schönert, Barbara Thums, Michael Titzmann und Thomas Wortmann

Der elfte Band des Droste-Jahrbuchs behandelt ein offenes Problem der Literaturgeschichte für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, das sich durch jüngere Perspektiven auf die fraglichen Autorinnen und Autoren, insbesondere auf Annette von Droste-Hülshoff, weiter potenziert hat. Nachgegangen wird der literaturgeschichtlichen Verortung der sogenannten Biedermeierautoren bzw. jener Autoren, die sich in der Zeit 1820/30–1850 nicht dem Jungen Deutschland bzw. dem Vormärz zuschlagen lassen. Neben den Bezügen auf Annette von Droste-Hülshoff wird die literarhistorische Konstellation der Zeit grundsätzlich in den Blick genommen. Untersucht wird, ob die herkömmlichen Vorstellungen von den ›konservativen‹ ›Biedermeier‹-Autoren tatsächlich zutreffen, ob sich eine solche Autorengruppe literaturgeschichtlich konsistent fassen lässt und welche Auswirkungen solche Überlegungen auf die literaturgeschichtliche Beschreibung der ›Restaurationszeit‹ haben, deren literarhistorische Epochensignaturen bis heute umstritten sind.

Inhalt

Rüdiger Nutt-Kofoth: ›Biedermeier‹ als literaturgeschichtliches Problem - in Hinblick auf AvDH und andere als ›konservativ‹ etikettierte Autoren. Eine Einleitung (S. 7-23)

 

I. Grundperspektive: Literaturgeschichte als Position und Attribute des ›Biedermeier‹ - mit Seitenblicken auf Droste

Jörg Schönert: 1815-1848 als eine konturlose Epoche oder als Zeitraum mit Konturen aus drei Epochen? (S. 27-40)

Wolfgang Bunzel: Vom Schatten der Diskurse und den Nischen im literarischen Feld. Zur Literatur der Restaurationszeit (1815-1848/49) (S. 41-66)

Daniel Ehrmann: Eigenzeiten des Biedermeier. Zum Problem literaturgeschichtlicher Modernisierungserzählungen mit Blick auf Droste und Stifter (S. 67-87)

Gustav Frank: Was ›konservieren‹ die ›konservativen Autoren‹? Raum, Körper, Ding bei Stifter und der Droste (S. 89-120)

Lars Korten: Friedrich Sengles Töne-Rhetorik und der ›Epochenstil Biedermeier‹ (S. 121-129)

 

II. Gattungsperspektive: Erzählen zur Zeit des ›Biedermeier‹ - auch mit spezifischem Blick auf Droste

Michael Titzmann: Aspekte der Anthropologie in Erzähltexten 1820/30-1850/55 (S. 133-149)

Stephan Brössel: Zeitreflexion in der ›Zwischenphase‹: Zu den Modellen restaurativer und negierter Zukunft in Erzähltexten um 1840 (S. 151-182)

Rüdiger Nutt-Kofoth: Verwirrendes Erzählen. Drostes narrative Verfahren und die Literaturgeschichte (S. 183-202)

 

III. Verfahrensperspektive: Ordnen, Mitteilen, Veröffentlichen bei Droste

Thomas Wortmann: Sammeln und Sortieren, Auflisten und Irritieren. AvDHs biedermeierliche Buchführung (S. 205-228)

Cornelia Blasberg: Zwischen den Zeilen gelesen. Literaturgeschichte in Drostes Briefen (S. 229-254)

Madleen Podewski: Zeitungen, Almanache, Taschenbücher und Kalender: AvDHs Printmedien (S. 255-273)

 

IV. Referenzperspektive: Literaturgeschichtliche Reflexe in Drostes Werken

Ernst Ribbat: Drostes romantische Moderne (S. 277-290)

Barbara Thums: Verzerrte Spiegelungen und Reflexionen des Romantischen in AvDHs Ledwina (S. 291-308)

Claudia Liebrand: Textarbeit im Archiv. Zu einer der Schwierigkeiten der literaturhistorischen Verortung von Drostes Fragment Ledwina und Bei uns zu Lande auf dem Lande (S. 309-323)

 

Verzeichnis der Siglen (S. 325 f.)

Verzeichnis der Beiträgerinnen und Beiträger (S. 327)