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Ulrich Gaier und Sabine Gross:

Herausforderungen der Literaturwissenschaft: Droste-Hülshoffs ›Judenbuche‹. – Stuttgart: J.B. Metzler 2018 (= Abhandlungen zur Literaturwissenschaft). 220 S.

Beschreibung

Was leistet die Literaturwissenschaft, wie liest man Texte, welche Leitlinien und Überzeugungen liegen Interpretationen zugrunde? Dieser Frage wird anhand der faszinierenden Rezeptionsgeschichte von Annette von Droste-Hülshoffs Die Judenbuche (1842) nachgegangen. Die Erzählung hat bis in die Gegenwart eine erstaunliche Vielzahl von nicht nur unterschiedlichen, sondern sich radikal widersprechenden Deutungen erfahren. Das Buch zeichnet die Deutungsgeschichte umfassend nach, bietet Erklärungen und erhellt zugleich auf spannende Weise unausgesprochene Grundannahmen der Literaturwissenschaft.

Inhalt

Einleitung: Ein Text, der seine Leser nicht loslässt (S. 1)

A. Programmatische Offenheit (S. 11)

I. Unbestimmtheit als Leseherausforderung (S. 11)
1. Fragen (S. 11)
2. Unterdeterminierung (S. 13)
3. Überdeterminierung (S. 16)

II. Stolpersteine der Interpretation (S. 20)
1. »Leg hin die Waagschal« (S. 20)
2. »neben ein Krautbeet« (S. 22)
3. Der Baum (S. 25)
4. Die Narbe (S. 32)
5. Die Daten (S. 34)
6. Die Reaktion des Heimkehrers (S. 35)
7. Der Vergeltungsfluch (S. 37)
8. Abgetragene Schuhe und Leichenhemden (S. 40)

III. Recht als Setzung: Der Gutsherr (S. 42)
1. Schuldzuweisungen (S. 42)
2. »sagt es nur allen Leuten« (S. 46)

B. Kontextualisierungen (S. 53)

IV. Text und Autorin (S. 53)
1. Zur Entstehung des Textes (S. 54)
2. Autorschaft (S. 60)

V. Historische Erkundungen (S. 65)
1. Zeitgeschichte (S. 65)
2. Geld (S. 70)
3. Recht und Gesetz (S. 72)
4. Exkurs: Förster Brandts in der historischen Wirklichkeit (S. 82)

VI. Literarisches Umfeld (S. 85)
1. Epoche (S. 85)
2. Gattung (S. 93)
3. Werk (S. 118)
4. Droste als Rhetorikerin (S. 123)

C. Lesarten (S. 131)

VII. Vom Erzählen zum Lesen (S. 133)
1. Von der Lyrik zur Prosa: Lyrische Unzuverlässigkeit (S. 133)
2. Das Spektrum des Erzählens (S. 136)
3. Narratologie anno 1914 und 1948 (S. 141)
4. »Teuflische Züge« - die Aufspaltung des Erzählers (S. 145)
5. Zuverlässige Unzuverlässigkeit (S. 149)
6. Gewollte Unschärfe: »Was glaubt man nicht gern ...« (S. 151)

VIII. Rhetorik der Interpretation (S. 156)
1. Hineinlesen, Herauslesen (S. 156)
2. Einladung oder Einschüchterung? (S. 159)

IX. Gebändigte Vielstimmigkeit (S. 170)
1. Harmonie (S. 170)
2. »Double logic« (S. 173)
3. Spielregeln (S. 177)

X. Exzentrische Interpretationen (S. 183)
1. Gegen den Strich (S. 183)
2. Inzestuöse Familienverhältnisse (S. 191)
3. Übers Ziel hinaus (S. 193)

Zum Schluss: Unabschließbarkeit (S. 198)

Anhang (S. 207)
Kleine Bücherkunde zur Judenbuche: Eine Orientierung (S. 209)
Verzeichnis der zitierten Literatur (S. 211)

Register (S. 221)
Werke Annette von Droste-Hülshoffs (ohne Die Judenbuche) (S. 221)
Personen und Primärautoren (S. 221)
Sekundärautoren (S. 223)